Die Flatterulme (Ulmus laevis) - Baum des Jahres 2019

Die Flatterulme

Flatterulme "Ulmus laevis"

Im Jahr 2019 wurde eine wahrlich heimische Rarität zum Baum des Jahres gekürt.

Die Flatterulme ist ein sehr seltener Baum in unseren Wäldern, obwohl ihr natürliches Verbreitungsgebiet vom mittleren Frankreich bis weit nach Russland reicht. Der Name „Ulme“ kommt von der lateinischen Bezeichnung „Ulmus“. Ein weiterer Name für diesen Baum, vor allem für das Holz ist „Rüster“.

Aussehen und Wachstum

Blätter

Blätter der Flatterulme

Flatterulmen bevorzugen gut bis sehr gut nährstoffversorgte Standorte. Sie sind deshalb auch meistens in Fluss nähe, im Auebereich zu finden. Tonböden und sandige Böden werden ebenfalls besiedelt. Die Flatterulme braucht tiefgründige Böden.
Die Borke der Flatterulme ist längsrissig, graubraun und flach geschuppt.
Ihre Knospen sind schlank, kegelförmig spitz mit zimtbraunen, dunkel umrandeten Knospenschuppen. Die Knospen haben eine Länge von 5-10 mm und stehen nicht vom Zweig ab.
Die Blätter haben eine ausgezogene Blattspitze und sind am Blattgrund stark asymmetrisch; die größeren Zähne des doppelgesägten Blattrandes sind stark zur Blattspitze hin gekrümmt.
  • Die Früchte sind lang gestielte, kleine Nussfrüchte, die von einem flachen, ringförmigen und am äußeren Rand silbrig bewimperten Flügel umrahmt sind („Scheibendrehflieger“).
  • Die Flatter-Ulme erreicht Wuchshöhen von über 30 Metern, unter günstigen Bedingungen auch 40 Meter und mehr; im Einzelstand bildet sie meist eine weit ausladende Krone.
  • Sie bildet oft auffällige, am Stammfuss hochziehende Brettwurzeln aus.
  • Flatterulmen sind Halblicht-Baumarten. Sie ertragen in der Jugend Schatten.

Holz und Holzverwendung

Die Ulme hat ein ringporiges Holz. Ulmen sind Kernhölzer, es ist ein deutlicher Farbunterschied zwischen hellem Splintholz und dunklerem Kernholz zu erkennen. Bei der Flatterulme ist der Splint gelb-weiß, der Kern hellgrau bis gelbbraun. Das Holz der Flatterulme ist im Gegensatz zur Bergulme oder auch zur Feldulme zäher und schlechter spaltbar. Auch neigt es zu Drehwüchsigkeit. Der Farbunterschied zwischen Splint und Kern ist bei der Flatterulme nicht so stark ausgeprägt wie bei den anderen Ulmenarten. Auch hat die Flatterulme einen breiteren Splint.
Das Holz der Ulme wird im Möbelbau verwendet. Flatterulmen wurden aufgrund ihrer Eigenschaften gezielt in Bereichen verwendet, wo hohe mechanische Beanspruchung besteht, zum Beispiel in Glockenstühlen oder bei Mühlen.

Gefährdungen

Verbiss durch Wildtiere oder Weidetiere vertragen Ulmen nicht sonderlich gut. Längere Dürreperioden überstehen ältere Ulmen zwar, in jüngeren Beständen kann dies allerdings zu größeren Ausfällen führen. Schäden durch Umweltimmissionen sind bekannt.
Die größte Gefahr geht vom Ulmensterben, auch „Holländische Ulmenkrankheit“ genannt, aus.
Diese Pilzerkrankung, übertragen durch den Ulmensplintkäfer, führt zu Verstopfungen in den Leitungsbahnen und endlich zum Absterben der Krone und damit zum Tod des Baumes. Flatterulmen werden aber wesentlich geringer vom Ulmensplintkäfer befallen als Berg- und Feldulme.

Sonstiges

Ulmen zählen zum Edellaubholz. Gemeinsamkeit aller Edellaubhölzer ist ihre sehr gute Streuzersetzung. Somit tragen diese Bäume zu einer Bodenverbesserung bei. Frische Ulmenblätter wurden in früheren Zeiten gesammelt oder als Zweige vom Baum geschnitten und als Winterfutter für das Vieh getrocknet (Heu Ersatz). Flatterulmenblätter sind sehr eiweißreich.
Aus dem Bast der Flatterulme kann ein Sud gekocht werden, der bei der Behandlung von Ausschlägen, Geschwüren und Gicht verwendet wird.
Im alten Griechenland waren UImen dem Götterboten Hermes geweiht.
Auch die Stadt Ulm an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern verdankt ihren Namen den Ulmen. Schließlich wurde Ulm an einer Stelle gegründet, an der es feucht ist und an der viele Ulmen standen.

Die Flatterulme - Im Blick

Holz

Holz

Fraßbild

Fraßbild

Wurzeln

ausgeprägte Brettwurzeln

Zweig

Zweig