Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung
Auszeichnung für den Klosterwald in Wettenhausen

Gruppenfoto (v. l.):  Waldkönigin Kerstin Seitz, Ministerin Michaela Kaniber, Priorin Schwester Amanda Baur, Kay Reiff, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach, und Waldprinzessin Elisabeth Hegelberger.

Verleihung Staatspreis
(© Warmuth/StMELF)

Der Wald des Klosters Wettenhausen wurde im Oktober 2019 von Forstministerin Michaela Kaniber mit dem Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung ausgezeichnet. Das Kloster bewirtschaftet 45 Hektar Wald und legt großen Wert auf eine breite Palette heimischer Laubbaumarten.

Kloster Wettenhausen

Kloster Wettenhausen

Mitten im Landkreis Günzburg bewirtschaften die elf Dominikanerinnen des Klosters Wettenhausen 45 Hektar Wald. Der Wald ist schon lange in ihrem Besitz. Das von Augustinerchorherren gegründete Kloster wurde bereits 1.130 urkundlich erwähnt. Die Dominikanerinnen kauften nach der Säkularisation nach und nach den Grund um Wettenhausen vom Staat zurück. Seit 150 Jahren garantierten neben dem Wald landwirtschaftliche Flächen, eine Brauerei, eine Näherei, eine Mühle und ein Sägewerk nebst Schreinerei die Eigenständigkeit des Klosters. Der Klosterwald spielte für die Ordensgemeinschaft immer eine große Rolle, denn der stete Bedarf für Möbel und Fenster sowie Brennholz war hoch.

Bedeutung von Mischwald früh erkannt

Bereits im ersten Forstbetriebsgutachten von 1951 wurde für den Klosterwald das Ziel vorgegeben, einen dem Standort angepassten Mischwald zu begründen. Der Bestand umfasste damals fast ausschließlich die Baumart Fichte, ergänzt von nur rund zehn Prozent verschiedener Laubhölzer. Die Betreuung der 45 Hektar großen Fläche erfolgte zunächst in Eigenregie durch den Klosterverwalter. Nach schweren Sturmschäden durch Vivian, Wiebke und Lothar wurde dann ein intensiver Waldumbau eingeleitet und die Bewirtschaftung in professionelle Hände gelegt. Seit 2007 kümmert sich die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Günzburg-Krumbach auf der Grundlage eines Waldpflegevertrages um den Klosterwald. Dabei achtet die FBG nicht nur auf eine breite Baumartenvielfalt, sondern auch auf naturschutzfachliche Anliegen wie Totholz und Biotopbäume. Dies minimiert das Klimarisiko und dient gleichzeitig dem Naturschutz.

Für diese Leistung wurde der Wald des Klosters Wettenhausen im Oktober 2019 von Forstministerin Michaela Kaniber mit dem Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung ausgezeichnet. Die Preisverleihung stand dieses Jahr unter dem Motto "nachhaltig vielfältig" Die 15 Preisträger hätten sich seit Jahrzehnten vorbildlich für den Aufbau naturnaher und strukturreicher Mischwälder verdient gemacht, so die Ministerin.

Bewirtschaftung des Klosterwaldes

WildapfelZoombild vorhanden

Waldrandgestaltung mit Wildapfel

Die FBG hat die komplette Bewirtschaftung übernommen, von der Pflanzung bis zur Vermarktung – und sie treibt den Waldumbau in großen Schritten voran. Mehrere Tausend Bäume wurden zwischenzeitlich gepflanzt darunter eine große Palette Klima toleranter Arten wie Stieleiche, Hainbuche, Linde, Ahorn, Buche, Tanne, Flatterulme und Erle, aber auch Kirsche, Wildapfel und Wildbirne.

Das ambitionierte Ziel, den Fichtenanteil auf 45 % zu senken, ist im aktuellen Forstbetriebsgutachten fixiert, und zeigt wie zukunftsorientiert und verantwortungsbewusst die Ordensgemeinschaft mit ihrem Wald umgeht.

Der Mittelschwäbische Waldbesitzertag

Doch nicht nur die waldbaulichen Entscheidungen zeugen von der Waldgesinnung der Schwestern. 2017 stellte das Kloster Gebäude und Wald für den "Mittelschwäbischen Waldbesitzertag" zur Verfügung. Zu diesem Anlass wurde auch die alte Klostersäge wieder angeworfen. Denn der Blick in die Zukunft ist für die Schwestern immer auch ein Blick zurück.