Gewässer sollen guten ökologischen Zustand erreichen
Demonstrationsbetriebe in den Landkreisen Günzburg und Neu-Ulm

Gewässerschutzstreifen

Bayernweit gibt es 100 landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe, die sich durch umweltschonende Maßnahmen auszeichnen. Veranstaltungen auf diesen sogenannten Demonstrationsbetrieben fördern den fachlichen Austausch.

Drei Betriebe in unserem Dienstgebiet haben sich bereit erklärt, ihre Maßnahmen zum Gewässer-, Grundwasser-, Boden- und Klimaschutz vorzustellen. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Krumbach wollen sie über Möglichkeiten und Grenzen informieren und diskutieren, wie jeder Landwirt seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann - eine Plattform für Landwirte als Produzenten, aber auch für Verbraucher, die wissen wollen, wie Lebensmittel produziert werden und was die Landwirtschaft mit Blick auf den Gewässerschutz bewegt.

Demonstrationsbetrieb Stephan Bissinger, Ichenhausen, Landkreis Günzburg

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Landkreis Günzburg, Tertiäres Hügelland
  • Betriebstyp: Ackerbau, Schwerpunkt Hackfrüchte
  • Betriebsfläche: ca. 80 ha
  • Kulturen im Anbau: Winterweizen, Kartoffeln, Zuckerrüben, Rote Beete
  • Viele Hangflächen in Bewirtschaftung
Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz
Auf dem Betrieb Bissinger werden vielfältige Maßnahmen zum Gewässer-, Boden und Klimaschutz umgesetzt. Bei direkt an Oberflächengewässer grenzenden Ackerflächen wurden Pufferstreifen angelegt. Auf diesen Streifen werden keine Dünge- und Pflanzenschutzmittel ausgebracht, somit werden Einträge ins Gewässer vermieden. Ackerflächen die in den vergangenen Jahren von Hochwasser, beziehungsweise drückendem Bodenwasser betroffen waren, wurden in Grünland umgewandelt.
Um nahezu ganzjährigen Bodenschutz zu gewährleisten bestellt der Landwirt seine Flächen vor einer Sommerung mit Zwischenfrüchten. Diese Zwischenfrüchte werden teilweise im Frühjahr nur so stark bearbeitet, dass eine Mulchschicht bestehen bleibt, die den Boden vor Abtragungen durch Wind oder Wasser schützt. Die Sommerung wird in die von Mulch bedeckte Fläche gesät. Eine langsamere Bodenerwärmung und -abtrocknung kann das Auflaufen der Saat beeinträchtigen. Errosionsgefährdete Flächen werden nach Möglichkeit quer zum Hang bewirtschaftet und wo dies nicht möglich ist wurden zusätzlich Errosionsschutzstreifen sowohl im Hangbereich als auch als Pufferfläche am Hangfuss angelegt. Mit Hilfe der Streifen wird der Hang unterteilt, somit wird bei Starkregenereignissen der Bodenabtrag gebremst.
Neben den Pufferstreifen wurden zusätzlich Blühflächen in der Waldflur zum Schutz von Schutz von Wildtieren und Insekten angelegt. Durch den Einsatz von hochgenauen automatischen Lenksystemen werden die eingesetzten Betriebsmittel optimal ausgebracht. Die Flächen wurden mit Hilfe der Pufferstreifen optimal zugeschnitten sodass Überlappungen bei Pflanzenschutz und Düngung weiter reduziert werden.

Demonstrationsbetrieb Wiedemann, Krumbach, Landkreis Günzburg

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Landkreis Günzburg, Tertiäres Hügelland
  • Betriebstyp: Ackerbau mit Saatgutvermehrung und Pensionspferdehaltung
  • Betriebsfläche: ca. 120 ha
  • Kulturen im Anbau: Winterweizen, Winterdinkel, Wintertriticale, Winterraps, Silomais, Sommergerste, Sommerhafer
  • Bewirtschaftung von Hangflächen
Maßnahmen zu Gewäser-, Boden- und Klimaschutz
Herr Wiedemann bewirtschaftet einen konventionellen Ackerbaubetrieb mit Saatgutvermehrung. Die Fruchtfolge ist sehr stark abhängig von der Nachfrage der Saatgutfirmen, da auf diesem Betrieb Saatgut zur Vermehrung angebaut wird. Die Vermehrungsbestände müssen vor der Ernte noch von Beikräutern, Beigräsern bereinigt werden, um ein reines Saatgut zu erreichen.
Um nahezu ganzjährigen Bodenschutz zu gewährleisten bestellt der Landwirt seine Flächen vor einer Sommerung mit Zwischenfrüchten.
An hängigen Flächen hat der Betrieb Erosionsschutzstreifen angelegt, um bei Starkregenereignissen die Strömungsgeschwindigkeit zu verlangsamen und so den Bodenabtrag auf seiner Fläche zu reduzieren.

Demonstrationsbetrieb Andreas Wöhrle, Pfaffenhofen a. d. Roth, Landkreis Neu-Ulm

Betriebsspiegel:

  • Geographische Lage: Landkreis Neu-Ulm, Tertiäres Hügelland
  • Betriebstyp: Ferkelaufzucht
  • Betriebsfläche: ca. 53 ha
  • Kulturen im Anbau: Winterweizen, Wintergerste, Körnermais, Erbsen, Ackerbohnen, Hafer
Maßnahmen zu Gewässer-, Boden- und Klimaschutz
Andreas Wöhrle bewirtschaftet seit zehn Jahren einen konventionellen Ferkelaufzucht- und Ackerbaubetrieb, wobei er stetig versucht seine Arbeitsabläufe so zu optimieren, dass er seinen Materialeinsatz auf das Nötigste reduzieren kann. Der Betriebsleiter legte schon vor mehreren Jahren, Grünstreifen an Gräben an, um Oberflächengewässer vor Pflanzenschutzmittel-. Düngemittel-, und Bodeneinträge zu schützen.
Ein festes Glied in der Fruchtfolge sind bei Herrn Wöhrle die Zwischenfrüchte. Er setzt dabei auf eine eigens konzipierte Mischung mit Futtererbsen, Winterrübsen, Ackerbohne, Gelbsenf, Ölrettich und Sonnenblumen. Die massige Mischung unterdrückt gut Unkräuter und -gräser, friert gut ab und hinterlässt einen guten Mulch und eine feinkrümelige Bodenstruktur.
Wöhrle möchte seinen Boden möglichst schonend bewirtschaften, weshalb er viele Verfahren ausprobiert. Beispielsweise konnte er mit dem Einsatz von Leonardit (oberste Schicht der Braunkohle) und Gesteinsmehl (Mineralien u. Spurenelemente) den Mineraldüngereinsatz und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln reduzieren. zu senken, beispielsweise in der Wintergerste zu reduzieren.

Kontakt

Bei Interesse an einer Betriebsbesichtigung oder einer Feldführung auf einem der Demonstrationsbetriebe wenden Sie sich bitte an:

Andrea Finkel
AELF Krumbach (Schwaben)
Jahnstraße 4
86381 Krumbach (Schwaben)
Telefon: 08282 9007-22
Fax: 08282 9007-77
E-Mail: poststelle@aelf-kr.bayern.de

Für Verbraucher

Blick hinter die Kulissen

  • Wie werden meine Lebensmittel produziert?
  • Mit welchen Problemen haben die Landwirte heute zu kämpfen?
  • Warum sind Maßnahmen wie Düngen oder Pflanzenschutz notwendig?
Diese und weitere offene Fragen können Sie im direkten Gespräch mit dem Landwirt klären.

Für Landwirte

Von den Erfahrungen anderer profitieren

  • Umweltmaßnahmen = Wirtschaftlicher Verlust?
  • Extensivere Bewirtschaftung bei gleichem Ertrag – ist das möglich?
  • Mein Boden geht verloren, wie kann ich das verhindern?
  • Welche Zwischenfruchtmischung passt zu meinem Betrieb?
Auf dem Wissen anderer aufbauen, Erfahrungen austauschen und so neue Möglichkeiten aufzeigen - von offenen Diskussionen können alle profitieren!